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„Guter Gott!“— dieſer Ausruf war in letzter Zeit an Stelle des ſonſt ſo ſchlimmen Fluchens getreten.„As⸗ kott Leaf, ſind Sie es wirklich? Ich glaubte Sie in Auſtralien oder todt.“
„Nein, ich lebe, vielleicht möchte es beſſer ſein, ich wäre todt— doch nein, es iſt ſchon gut, daß es mir doch gelang, Ihnen wiederzuerſtatten, um was ich Sie betrogen habe. Was Sie mir großmüthig ſo lange Jahre hindurch gaben, vermag ich noch nicht zurückzuzahlen, doch vielleicht wird mir auch dies noch möglich. In⸗ zwiſchen nehmen Sie dies, es iſt auf redliche Weiſe ver⸗ dient. Ja“, den zweifelnden Blick bemerkend,„obgleich ich kaum einen ganzen Rock mein nenne, ſo kann ich doch verſichern, es iſt ehrlich erworben.“
Herr Askott erwiderte nichts. Er beſah die Banknote aufmerkſam von allen Seiten, legte ſie zuſammen und ſteckte ſie in ſein Taſchenbuch; dann blickte er den jungen Mann noch einmal prüfend an, und ſich räuſpernd, ſagte er:
„Frau Hand, bitte bringen Sie meinen Sohn oben!“
Eine Stunde ſpäter, als der kleine Henry ſchon lange feſt ſchlief und Eliſabeth in der einſamen Kinderſtube bei ihrer Näharbeit ſaß, erfuhr ſie durch einen der Diener, daß der„ſchäbig ausſehende junge Mann“ noch im Speiſezimmer bei Herrn Askott ſei, der Thee und kalte Küche befohlen habe, und mit noch größerem Ent⸗ ſetzen erzählte der Bediente, daß der arme Menſch ſogar mit ſeinem Herrn an einem Tiſche ſäße.


