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Schlafe lagen, ſtand Eliſabeth noch am Fenſter im Kinderzimmer und blickte auf den Platz vor ſich, auf dem die großen Bäume ihre blätterloſen Aeſte in die mondlichte Nacht hineinſtreckten. Gerade eine ſolche helle Nacht war es vor drei Jahren, als ſie ihre Liebe, oder beſſer ihren Glauben an Tom begrub, und als der kleine Henry geboren wurde. All die Erlebniſſe der letzten Jahre zogen an ihrer Erinnerung vorüber, von dem Tage an, da ihr geliebtes Fräulein Hilary ihr mit freundlicher Anrede den Hut aus den Händen nahm, und ihn hinter der großen Uhr in der Küche in Stow⸗ burh aufhing. Dann kamen die trüben Tage, als ſie in den meublirten Zimmern in London wohnten, und dann die goldene Zeit, da ſie mit Tom Abends um den Platz wandelte, die ſchöne, morgenfriſche Zeit ihrer erſten einzigen Liebe.
„Armer Tom!“ ſeufzte Eliſabeth, als ſie daran dachte, wie ſtrahlend glücklich Askott Leaf heute vor ihr geſtanden hatte, und wie ſeine Tanten über das Wieder⸗ finden ſelig und dankerfüllt ſein würden.„Nun, mein Tom würde ſich auch freuen, wenn er Alles wüßte!“
Aber ſo innigen Antheil Eliſabeth an all dem Glück um ſie her nahm, ihrem Herzen am nächſten ſtand doch das eine Grab in Kenſal⸗Green, welches ſo friedlich und ſtill unter der weißen Schneedecke lag; bei ihm weilten ihre Gedanken am meiſten.—
Eliſabeth lebt noch; und dies iſt ein großer Segen für Alle, die ihr naheſtehen, denn ſie wüßten kaum, wie ſie ohne ſie fertig werden ſollten. Wahrſcheinlich wird ſie ein hohes Alter erreichen; ſie iſt geſund und


