Nein, Sie werden meine Bitte, zu ſchweigen, erfüllen, wär's auch nur wegen jenes armen Burſchen da unten.“
„Gewiß, Herr Leaf, ich verrathe Sie nicht.“
„Jetzt erzählen Sie mir von meinen Tanten, beſon⸗ ders von Tante Johanna!“
„Sich auf der ſonnigen Bank niederlaſſend, wobei er die Augen mit der Hand ſchützte, hörte der arme Heimathloſe in tiefem Schweigen auf Alles, was Eliſa⸗ beth ihm mittheilte; ſo erfuhr er den Tod ſeiner Tante Selina, Robert Lyon's Zurückkunft und die Kunde, wie glücklich die Familie in Liverpool lebe.
„So ſind ſie jetzt Alle wohl und zufrieden“, ſagte er endlich;„ihr Glück ſcheint neu erblüht, ſeitdem ſie mich los geworden ſind. Nun ich bin froh darüber. Ich wollte nur durch Sie von ihnen hören, ich ſelbſt will ſie nie wieder durch meine Gegenwart beläſtigen und an traurige Zeiten erinnern. Sie werden mein Geheimniß bewahren, das weiß ich. Jetzt aber muß ich gehen, ich habe keine Minute Zeit mehr zu verlieren. Leben Sie wohl, Eliſabeth!“
Mit einer Freundlichkeit und Beſcheidenheit, die bei Askott Leaf überraſchen mußten, reichte er der einſtigen Dienerin ſeiner Tanten die Hand; doch Eliſabeth hielt ihn zurück.
„Gehen Sie noch nicht, bitte, bleiben Sie noch ein Wenig!“ Und dann fügte ſie mit einer ſo wahren, aufrichtigen Ehrerbietung hinzu, welche den herunter⸗ gekommenen Mann bis in's Herz rührte:„Ich hoffe, Sie verzeihen mir die Freiheit, die ich mir nehme. Ich bin nur eine ſchlichte Dienerin, aber ich kannte Sie
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