Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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ließen das Zimmer der Wirthin, begaben ſich zurück in das Gaſthaus, und nach kurzer Berathung lautete ihr Spruch, wie der Policiſt vorhergeſagt:Geſtorben durch die Heimſuchung Gottes. Hierauf rauchten und tran⸗ ken ſie und begaben ſich nach Hauſe, zufrieden mit ſich ſelbſt, daß ſie ihre Pflichten gegen ihr Vaterland ſo vor⸗ trefflich erfüllt hatten.

Indeſſen war Eliſabeth die Treppe heteſchlcen Niemand hinderte ſie daran oder begleitete ſie, denn es kümmerte ſich Keiner um den einſamen Todten.

Da lag der arme Tom, faſt in derſelben Stellung wie ſie ihn verlaſſen hatte, die Decke war kaum ein Wenig verſchoben. Das Licht, welches ſie auf einen Tiſch neben ſeinem Bett geſetzt, war bis auf ein End⸗ chen Docht, das noch im Leuchter ſteckte, herabgebrannt. Niemand hatte Tom angerührt, denn ſo verlangt es das eng⸗ liſche Geſetz in allen Fällen, wo Jemand todt gefunden wird.

Ob er bald, ſie gegangen, geſtorben, oder ob er durch die lange, dunkle Nacht, vielleicht bis zur Morgendämmerung mit vollem Bewußtſein gelebt habe, zu ſchwach um Jemand zu rufen, wann und auf welche Weiſe ſeine Seele zu ihrem Schöpfer zurückkehrte, das waren Geheimniſſe, die nicht enthüllt werden konnten.

Jetzt war Alles vorüber. Ein mattes Lächeln lag auf ſeinem bleichen Antlitz. Als Eliſabeth in ſeinen Anblick verſunken daſtand, wagte ſie nicht zu weinen.

Armer Tom, mein lieber Tom! Und ſie wußte, daß er jetzt ganz ihr eigen war, daß ſie ihn trotz Alles, was

er ihr angethan, geliebt habe, bis zum Lebensende lieben müſſe.