„Es ſind die Gerichtsbeamten, welche eine Todten⸗ ſchau halten wollen.“ K„
Eliſabeth, die nie früher mit etwas Derartigem in Berührung gekommen war, trat mit einem Gefühl ſcheuer Ehrfurcht zur Seite, um den Zug vorüber zu laſſen, und folgte ihm dann in einiger Entfernung.
Er hielt an; o, nein, nein, nicht an dieſer Thür! Aber es war kein Zweifel, die Hausnummer ſtimmte, und vor den Fenſtern von Tom's Zimmer waren die Rouleaux niedergelaſſen.
„Wer iſt geſtorben?“ fragte Eliſabeth mit hohlem Flüſtern, worüber der Polizeibeamte ſtutzte.
„Ach, Niemand von Bedeutung. Ein junger Mann wurde todt in ſeinem Bett gefunden, wahrſcheinlich ſtarb er an der Auszehrung und das Verdict der Leichenſchau wird heißen:„Geſtorben durch die Heimſuchung Gottesv.“
Ja, dieſer gewohnte Ausdruck— der engliſchen Ge⸗ ſetze feierliche Anerkennung unſeres nationalen religiöſen Gefühles— war hier ganz wahr. Gott hatte den ar⸗ men Tom heimgeholt; er litt nicht mehr.
Eliſabeth lehnte in der Hausthür und ſah die zwölf Beamte mit lautem Tritt die Treppe erſteigen; als ſie einer nach dem anderen herab kamen, machten ſie weni⸗ ger Geräuſch und einige der Männer blickten ſehr ernſt darein. Niemand beachtete Eliſabeth, bis die Hauswir⸗ thin erſchien.
„Hier, das iſt ſie, meine Herren. Dieſe junge Frau war die letzte Perſon, welche ihn noch lebend ſah. Sie wird ein Zeugniß abgeben und beweiſen, daß mich nicht der geringſte Tadel trifft.“


