Be
ab, daß ich dieſe Briefe in Zeit einer Viertelſtunde ſchreibe und fortſende.“
Hilary entgegnete einige höflichen Worte, und ſaß dann mit geſenktem Haupt ſchweigend da. Doch wäh⸗ rend ſie auf das Kritzeln der über das Papier eilenden Feder und das einförmige Ticken der Stutzuhr lauſchte, dachte ſie ſtets von Neuem den einen quälenden Gedanken durch, was in aller Welt aus ihrem Neffen werden ſolle, wenn dies wirklich die letzte Unterſtützung ſeines Pathen war. Askott ſeinerſeits ſprach nicht ein Wort; ſelbſt dann noch nicht, als der reiche Kaufmann, nach⸗ dem er die Briefe befördert hatte, ſich erhob und ſeinen Beſuch mit einer kurzen, ſcharfen Ermahnung verab⸗ ſchiedete. Ob das tiefe Schweigen, Aerger, Feigheit oder Scham in ſich barg, vermochte Hilary nicht zu errathen.
Mit einem Gefühle nagender Demüthigung, welches faſt unerträglich ſchien, verließ ſie das Haus. Dennoch war ja das Schlimmſte überſtanden, das Geld erlangt und das Gefängniß drohte nicht mehr. Und ſo ſeltſam es klingen mag, für Hilary's ſtolzen, unabhängigen Sinn war es eine Erleichterung, daß Askott fortan ſeinem Pathen nichts mehr verdanken ſollte. Vielleicht würde das Aufhören jeder Unterſtützung den jungen Mann zum Gebrauch der eigenen Kräfte zwingen, und ſein ſchwaches, leichtſinniges Temperament zu energiſcher Thätigkeit umwandeln, vielleicht würden nun die guten Eigenſchaften, welche, wie die Tanten immer noch hofften, in ihm ſchlummerten, zum vollen Leben er⸗ wachen.


