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trachten und ſie unintereſſant und unideal finden, indem ſie von kleinlichen Dingen und gewöhnlichen, alltäglichen Menſchen, ja ſogar von„armen Leuten“ handelt. Ich kann es nicht ändern. Ich ſchreibe gerade für die Ar⸗ men, nicht um das Mitleid der Reichen für ſie zu er⸗ wecken, ſondern um ihnen ihre eigene Würde und die lichte Seite der Armuth zu zeigen; denn ſie hat ihre lichte Seite, und ſelbſt mit ihren Schatten, wenn dieſe nicht noch durch Sünde dunkler werden, iſt ſie heller als manches äußerlich glänzende Leben.
„Beſſer eine Schüſſel Gemüſe zu Mittag durch Liebe gewürzt, als einen gemäſteten Ochſen mit Haß und Neid verzehrt.“
„Beſſer ein Stück trockenes Brot in ſtiller, licher Hütte, als ein prächtiges Haus mit Zorn und Aerger darin.“
Mit dieſen beiden wahren und weiſen Sprüchwör⸗ tern— welche Alle anerkennen und an die doch kaum ein Einziger wirklich zu glauben ſcheint, denn ſonſt wür⸗ den die Menſchen etwas anders handeln— verlaſſe ich Johanna Leaf, ruhig in ihrem einſamen Wohnzimmer ſitzend, Strümpfe für ihr Kind ſtrickend, wobei ſie man⸗ chen ſich kreuzenden Gedanken mit in das Gewebe ein⸗ flocht, doch trotz iyres Denkens und Sinnens nicht eine Maſche fallen ließ. Indeſſen wanderte Hilary fröhlich und muthig durch die ihr unbekannten Straßen, um den „ſchlimmen Ort“ zu finden, deſſen Namen ſie früher kaum gehört, und den ſie nun aufſuchen mußte. Eines wußte ſie— und die feſte Ueberzeugung machte ſie ſtolz — hätte Robert eine Ahnung gehabt von all den Sor⸗


