Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Sei nicht ängſtlich um mich, Eliſabeth, mir wird nichts Schlimmes geſchehen.

Es iſt ein ſo häßlicher Ort ein ſo ſchreckliches Haus, ſagt Frau Jones.

Wirklich? Theilweiſe, doch nicht ganz ahnte Eli⸗ ſabeth die Gefühle, welche Hilary einen Moment zurück⸗ beben ließen, ſelbſt vor dem, was als Pflicht vor ihr lag, und ihr Antlitz erſt mit flammender Röthe und dann mit fahler Bläſſe überzogen. Ja, nur die Fflicht konnte ſie zu dieſem Gange ermuthigen.Hilft Alles nichts, Eliſabeth, ich muß gehen. Pflege meine Schwe⸗ ſter gut!

Sie lief die Treppenſtufen hinab und ging ſchnell über den Platz. Es war ein kalter, klarer, ſonniger Tag; ein Tag, der Hilary ſtets ruhig, ja heiter ſtimmte. Trotz aller ihrer Sorgen und Kümmerniſſe beſaß ſie Jugend, Geſundheit und Energie; und eine reine, treue Liebe lebte gleich einem ſchützenden Engel in ihrem Her⸗ zen. Um wahr zu ſein, muß ich bekennen, daß noch ehe Hilary einige Straßen durchwandert hatte, ſie ſich nicht mehr ſo ganz elend und niedergedrückt fühlte.

Liebe die Liebe, von welcher ich ſpreche iſt ein wundervoll köſtliches Gefühl; vielleicht das herrlichſte Gut, was es in der Welt giebt. Die Kraft, die Hei⸗ terkeit, das wirkliche Glück, welche ſie verleiht, ſelbſt in den ſchwerſten Zeiten, grenzen oft ans Fabelhafte.

Als Hilary wartend in dem Juwelierladen ſaß, wurde ſie Zeuge einer kleinen Epiſode aus dem vornehmen Le⸗ ben; ein reiches Brautpaar wählte das Silbergeſchirr für die künftige Einrichtung aus. Wie hochmüthig und