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hoffentlich nie thun“, entgegnete Hilary leiſe. Und dann kam ganz unwillkürlich der verzweiflungsvolle, ſchreckliche Gedanke über ſie, daß es gewiß beſſer wäre, wenn weder Askott noch ſie heirathete, damit die Familie ausſtürbe und die Welt nicht mehr beſchwerte.
Deſſenungeachtet erhob ſie ſich, um zu thun, was gethan werden mußte und nur durch ſie geſchehen konnte.
„Um mich ſorge Dich nicht, Johanna, ich ängſtige mich nicht. Ich werde zu einem der erſten, als redlich bekannten Juweliere gehen, er wird mich nicht betrügen und dann ſuche ich mir den Weg nach jenem Hauſe. Manche arme Frau wird vor mir dort geweſen ſein, und ich bin überzeugt, Niemand wird mir Leids zufügen. Ich denke, ich ſehe anſtändig und redlich aus, trotzdem ich den Namen Leaf trage.“
Das wehe, bittere Lachen, welches dieſe Worte be⸗ gleitete, wurde durch eine feſte, warme Umarmung Jo⸗ hanna's erſtickt; und als Hilary ihr Haupt von der Schweſter Herz erhob, war ſie wieder ruhig wie immer. Sie rief Eliſabeth, ihr die Aufträge und Beſorgungen für das Hausweſen in der gewohnten Art zu ertheilen, ſagte dann Johanna ganz wie ſonſt Lebewohl, und ver⸗ ließ dieſe, ſtill und friedlich auf dem Sopha liegend.
Eliſabeth folgte der geliebten Herrin bis zur Thür. Hilary forderte von ihr die Karte, auf welcher Askott ſeinen jetzigen Aufenthalt vermerkt hatte, und obgleich das Mädchen kein Wort ſagte, ſo lagen doch in ihren treuen, beſorgten Augen viele Fragen.
Die Herrin klopfte ſie ſanft auf die Schulter und ſprach gütig wie immer zu ihr:


