Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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her zu mir, mein Liebling! Und indem Hilarh vor Johanna niederknieete, faßte dieſe ihre beiden Hände mit ſanftem und doch feſtem Druck, als ob ſie etwas von ihrer eigenen Ruhe in der Schweſter Herz ſenken möchte, das einen harten Kampf kämpfte, wie junge, redliche und ungeſtüme Herzen ſich ſtets gegen etwas auflehnen, das ihrer eigenen edlen Natur ſo ganz zuwider iſt.Hilary, bedenke, er iſt unſer Neffe, unſer geliebter Knabe, unſer eigen Fleiſch und Blut! Wir haben ſehr thöricht ge⸗ handelt, ihn ſo lange von uns zu laſſen. Hätten wir ihn in Stowbury behalten, möchte er beſſer geworden ſein. Aber er iſt jung, darin beruht meine Hoffnung für ihn, und er liebte ſeine Tanten ſtets, dies Gefühl wird nicht erſtorben ſein.

Hilary lächelte trübe.Thaten, nicht Worte ich glaube ſeinen Worten nicht mehr.

Nun ſo wollen wir Glauben und Hoffen jetzt zur Seite legen und nur handeln. Laß uns ihm noch eine Gelegenheit geben, ſich zu ändern, zu beſſern!

Hilary ſchüttelte den Kopf.Noch einmal und noch einmal und dann noch ein einziges Mal und es bleibt doch ſtets daſſelbe. Ich ſehe voraus, wie es kommt. Ich weiß nicht, Johanna, wie es zugeht, aber gerade wenn ich auf Dich blicke, fühle ich mich ſo auf⸗ gebracht und hart gegen Askott. Es ſcheint mir Ver⸗ hältniſſe zu geben, da dieſes endloſe Mitleid für den Einen, die ſchwerſte Ungerechtigkeit gegen einen Anderen iſt. Es giebt Umſtände, unter denen es recht und er⸗ forderlich iſt, lieber einen kranken, verdorrenden Zweig abzuhauen, als den ganzen Baum zu Grunde zu richten.