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und Leichtfertigkeit verachte ich. Es macht mich zornig, wenn ich denke, wie wir Alle darunter leiden werden, und beſonders Deinetwegen, Johanna. O, welchen Nutzen hätten Dir die dreißig Pfund bringen können, welche Be⸗ quemlichkeiten und Stärkungen konnte ich damit für Dich beſchaffen!“
„Gott wird auch ferner für mich ſorgen. Und glaube mir, mein armes Kind, ich fühle recht gut, daß der Schlag Dich härter trifft, ich bin ja an derartige Leiden mehr gewöhnt.“
Schaudernd ſchloß ſie ihre Augen, als ob ſie jene ſchrecklichen Zeiten noch einmal durchlebe, da Henry Leaf's Gattin und älteſte Tochter Mittagsgeſellſchaften bei ſich ſehen mußten, bei denen die Speiſen ihnen im Halſe ſtecken blieben, als ob jeder Biſſen geſtohlen ſei, wie es denn ſchließlich auch geweſen, wenn auch die ar⸗ men Frauen unbewußt Diebe waren— jene Zeiten, als ſie und die Kinder Kleider trugen, welche ſie zu vergiften ſchienen gleich dem Hemd von Dejanira, als ſie gewiſſe Straßen und einzelne Läden nicht zu betreten wagten, aus Furcht, daß die Verkäufer mit Fingern auf ſie weiſen oder wohl gar ſagen könnten:„Zahlt uns, was Ihr uns ſchuldet!“
Es waren furchtbare Erinnerungen, doch Johanna bekämpfte ſie und ſagte gefaßt:
„So ſchlimm wie damals wird es nicht wieder werden, Hilary. Askott iſt jung, er mag ſich beſſern. Jo, mein Kind, der Menſch kann ſich beſſern; und er iſt ja ſo ganz anders als ſein Vater und Großvater erzogen worden. Wir dürfen nicht gleich verzagen. Komm


