lichen Ende“ gelangt, das gleich einem angeſtammten Uebel unter den Leaf's fortzuerben ſchien.
Eine zweite Urſache zu dem bitteren Weh war der Gedanke, was Robert Lyon ſagen würde. Wer wagt es Hilary darüber zu tadeln; wenn ein Gefühl wirklich Liebe iſt, ſo iſt es nur natürlich und recht, daß die Lie⸗ benden bei Allem was den Einzelnen trifft, zuerſt des Anderen gedenken. Ja, was würde Robert ſagen? Die⸗ ſer redlichen, echt ſchottiſchen Natur war Armuth nichts, Ehre Alles. Sie wußte, daß ſein Abſcheu vor Schul⸗ denmachen dem ihrigen gleich kam. Dieſe Gewißheit und der feſte Glaube, er ſei frei von jedem falſchen Stolze, hatte ihre erſten Zweifel, daß er in ihrer jetzigen
Stellung geringer von ihr denken könnte, ſiegreich nieder⸗
geſchlagen. Hilary war überzeugt, er würde ſich ihrer nicht ſchämen, ſähe er ſie an ihrem hohen Pulte bei den Rechnungsbüchern ſitzen, oder wohl gar einmal mit im Laden verkaufen.
Wie oft hatten manche Dinge, die ſie für ihre Per⸗ ſon leichter genommen haben würde, ſie in ſeiner Seele tiefer berührt, weil ſie wußte, wie er dadurch verletzt
und gekränkt worden wäre. Der ebenſo ſchöne als na⸗
türliche Gedanke, welchen Tennyſon poetiſch verherr⸗ licht hat:
„Wenn ich erſt Einem theuer bin, Muß ich mir ſelbſt viel werther ſein,“
war ihr oft genug in den Sinn gekommen, freilich auch bei proſaiſchen und praktiſchen Dingen und hatte ſie ver⸗ hindert, ihre kleinen, weißen Hände durch unnütze harte


