ihr ſchloß. Als ſie Beide allein waren, ſtreckte Hilary ihre Hände über den Tiſch, eine Bewegung, welche faſt
Verzweiflung ausdrückte, und blickte mit einem fragen⸗ den, unendlich kummervollen Blick ihrer Dienerin ins Geſicht.
O, ſie hatte Niemand als dieſes arme, ſchlichte Mädchen, von dem ſie Troſt und Mitgefühl bei dieſem ſchweren Schlag, dieſer tiefen Demüthigung erwarten konnte. Hier gab es keine Verſtellung, kein Heimlichthun zwiſchen Herrin und Dienerin.
„Frau Jones hat mir Alles erzählt, Eliſabeth. Wie geht es meiner Schweſter? Sie weiß noch nichts— oder hat auch ſie das Schreckliche ſchon vernommen?“
„Nein, Fräulein. Sie befindet ſich heute viel wohler. Die ganze Woche über war ſie recht leidend, doch ich durfte nicht nach Ihnen ſchicken. Jetzt aber geht es zur Beſſerung, davon bin ich überzeugt.“
„Gott ſei gedankt!“ rief Hilary jetzt weinend aus.
Auch Eliſabeth war dankbar, ſelbſt für dieſe Thrä⸗ nen, denn der Ausdruck unendlichen Jammers, mit dem die ſtarren, trockenen Augen auf ſie geblickt hatten, war
furchtbar geweſen. Für einen ſo herzzerreißenden Schmerz ſchien ihr die Urſache zu geringfügig.
Und der Grund dazu lag auch tiefer. Nicht nur Askott's Verhaftung machte Hilary ſo elend— mancher junge Mann iſt durch Schulden dahin gekommen, und gerade durch die harte Lehre für immer gebeſſert wor⸗ den; nein, es war der verhängnißvolle„Anfang des Endes“, der Hilary ſo heftig erſchütterte. Wie viele Männer ihrer Familie waren ſchon zu dieſem„ſchreck⸗


