Eliſabeth überzengte ſich, ob die Kranke ſchlich dann ganz ſacht aus dem Zimmer. ſie leiſe Tritte ſich die Treppe heraufſtehlen. „Holla!— O, Sie ſind es, Eliſabeth!“ „Soll ich Ihr Licht anzünden, Herr Leaf?“ Als der Lichtſtrahl auf Askott fiel, war ſie erſtarrt über ſeinen Anblick. Ganz vom Regen durchnäßt, den Hut tief in die Augen gedrückt, den Kragen des Rockes hoch⸗
ſchliefe und Jetzt hörte
gezogen, gerade als ſolle es eine Art Verkleidung ſein,
dabei bleich, außer Athem und zitternd, ſo ſtand er vor ihr, und ſchwerlich würde Jemand in dieſer ſo ſeltſam und abentheuerlich ausſehenden Figur den feinen, vornehmen Herrn Askott Leaf erkannt haben.
Er wankte in ſeine Stube und fiel erſchöpft auf das Bett.
„Wünſchen Sie etwas?“ fragte Eliſabeth in der Thür ſtehend.
„Nein— doch ja— warten Sie ein Wenig. Eli⸗ ſabeth, kann man ſich auf Sie verlaſſen?“
„Ich hoffe es.“
„Die Gerichtsdiener ſind hinter mir her; ich habe ſie noch einmal getäuſcht, bin ihnen ſo eben glücklich entwiſcht. Wenn ſie meine Anweſenheit hier erfahren, dann iſt das Spiel verloren— und es würde meiner Tante Tod ſein.“
So ſehr Eliſabeth ihm zürnte, ſo war ſie doch froh, dieſe Worte von ihm zu hören, froh, zu bemerken, wie ſeine tiefe Bewegung ihn übermannte und er, alle Arten von Selbſtvorwürfen ausſtoßend, ſein Geſicht in den
Kiſſen barg.
Herrin und Dienerin. I.
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