mit erſtaunlicher Schnelligkeit immer älter und ſchwächer wurde. Wahrſcheinlich war das Getrenntſein von Hi⸗ lary, ihrem Kinde, die ſeit ihrer Geburt ſtets an ihrer Seite geweſen, ein ſchwererer Schlag für ſie, als ſie ſelbſt geglaubt hatte und eingeſtehen wollte; vielleicht auch mochte das Wohnen in den engen Räumen, die ſie ſel⸗ ten oder nie verließ, der gänzliche Mangel an Abwechſe⸗ lung, das Entbehren kleiner Behaglichkeiten und Be⸗ quemlichkeiten, welche Stowbury ihnen geboten, welche aber trotz Hilary's Sorgſamkeit nicht beſchafft werden konnten, die nachtheilige Veränderung herbeigeführt haben.
Selina's Brautſtand, der als eine Sache der Wohl⸗ anſtändigkeit und Form ſechs Monate dauern mußte— nach ihrer Beſtimmung— verminderte die Ausgaben der Familie nicht. Alte Kleider zu tragen und im Omnibus zu fahren, war für die künftige Frau Askott vom Ruſſel⸗Platz unmöglich; und obgleich ſie, um ge⸗ recht zu ſein, ihre Anſprüche mehr beſchränkte, als man ihr früher, unter den Verhältniſſen, zugetraut haben würde, ſo gebrauchte ſie doch Geld.
„Es iſt ja das Letzte, ich werde Euch nie wieder etwas koſten“, ſagte ſie begütigend, und dann wandte ſie ſich gleich wieder dem Gegenſtande zu, der alles Intereſſe in Anſpruch nahm: der Ausſtattung, welche Herr Askott auf das Reichſte und Glärzendſte beſorgen ließ. Dieſe Einrichtung hatte den Stolz der Familie Leaf Anfangs ſehr verletzt, doch woher ſollte ſie die Mittel nehmen, Selina irgend welche Ausſteuer zu geben? Wenn aber auch dies angenommen werden mußte, ſo hätten die Schweſtern doch jedes ſie betreffende Geſchenk zurück⸗


