Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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264 der Londoner Moden oder leichtfertigen Manieren an⸗ nahm; auch daß nie eine Klage über ihre Lippen trat, blieb ihrer jungen Herrin unvergeßlich, und dennoch litt Eliſabeth unter den Unbequemlichkeiten der Wohnung und der ganzen Lebensweiſe am meiſten, und zwar mehr, als eine der Damen damals vermuthete. Langſam, doch ſicher bildete ſich in ihr jener ſtarke Charakter aus, deſſen Grundfeſten eigene Kraft und Selbſtbeherrſchung ſind, Eigenſchaften, welche in allen Klaſſen der menſchlichen Ge⸗ ſellſchaft aus den Frauen, die ſie beſitzen, die Hülfrei⸗ chen und Troſtſpendenden, die Gebenden ſtatt der Em⸗ pfangenden, die Schaffenden, ſtatt der in Ruhe Genie⸗ ßenden machen. Der Weg dieſer Frauen ſcheint ſtets mehr auf der ſchattigen und dunklen Seite des Lebens zu liegen, und ihr Loos arbeiten und dulden zu ſein.

Eliſabeth hatte wenig Zerſtreuung und Vergnügen. Sie machte keine Bekanntſchaften und bat nie um einen freien Tag; ſie ſchien gar nicht danach zu verlangen. Eine große Freude, ja, ein Hochgenuß war es für ſie, wenn ihr liebes Fräulein Hilary ſie zuweilen Sonntag Nachmittags mit nach der Weſtminſter⸗Abtei oder der St. Pauls⸗Kirche nahm. Ihr Vergnügen, ihre innige Dankbarkeit erfreute dann ſelbſt die Herrin, und beſaß die Macht, dieſe von ihren eigenen Sorgen und Kümmer⸗ niſſen abzuziehen. Es iſt ſolch ein unendlicher Segen, Jemand ganz glücklich zu machen, ſei es ſelbſt nur für eine Stunde.

Dieſe ſchönen Sonntagnachmittage ausgenommen, ver⸗ brachte Eliſabeth ihre ganze Zeit, den Hausſtand zu be⸗ ſorgen und Fräulein Leaf zu bedienen und zu pflegen, die