Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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am Ruſſel⸗Platz, von all der Pracht und dem Glanze, welche dertheuren Selina zu Theil werden würden, und wovon auch die Familie Nutzen ziehen mußte, hätten ſie umgaukelt.

Doch dieſe Beiden waren anders, hegten abweichende Anſichten. Sie ſahen ihre Schweſter Selina, die ſelbſt nicht mehr jung war und ſo viele Eigenheiten beſaß, im Begriff einen Mann zu heirathen, den ſie kaum kannte, einen Mann, den Keine von ihnen leiden mochte, deſſen Gegenwart ſie nur aus Rückſichten der Dankbar⸗ keit ertragen hatten. Es war ſchon peinlich genug, ihn zuweilen als Beſuch bei ſich zu ſehen, doch ihn als Schwager als Gatten anzuerkennen!

O, Selina, es kann nicht Dein Ernſt ſein.

Und weshalb nicht? Warum ſoll ich nicht ſo gut wie viele Andere heirathen? fragte ſie ſcharf.

Da keine der Schweſtern dieſen Punkt beſtritt, weil ſie überhaupt zu erſtarrt waren, um viel ſprechen zu können, ſo fuhr Selina majeſtätiſch fort:

Ich verſichere Euch, nie iſt einem Mädchen ein tadelloſerer, großmüthigerer Heirathsantrag geworden als gerade dieſer. Es iſt wahr, Herrn Askott's Herkunft iſt eher eine niedere, ſchlichte, doch das kann ich über⸗ ſehen, denn in ſeiner jetzigen Stellung, mit ſeinem Reich⸗ thume wird er ein vorzüglicher Ehemann werden.

Kein Wort der Widerrede ward vernommen; was ſollte jetzt noch geſagt werden? Selina war ſelbſtſtändig, ſie konnte heirathen, wen ſie wollte. Nach ihrer ganzen Eigenthümlichkeit war es vielleicht nur natürlich, daß ſie eine ſolche Verbindung einging, wie deren ja tauſende