Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Jemand unterſtützen zu laſſen, wenn es nicht von einer uns ſehr theuren Perſon geſchähe. Nein, nein, das vermöchte ich nicht zu ertragen eher wollte ich darben, hungern, betteln!

Kind, ereifere Dich nicht ſo gewaltig!

Ja, es iſt hart und der Schrei lang zurück⸗ gehaltenen Schmerzes brach hervores iſt hart, ſich ſein Brot erwerben zu müſſen auf eine uns nicht zu⸗ ſagende Art, und noch härter und ſchwerer iſt es, die ganze Woche, außer Sonntags, von Johanna getrennt zu ſein. Aber die Nothwendigkeit gebietet es, und ſo muß es geſchehen. Uns bleibt nur die Wahl zwiſchen Elend, Schulden und Arbeit; das Erſte iſt nicht ange⸗ nehm, das Zweite unmöglich, alſo ergreife ich das Letzte. Du mußt einwilligen, Selina, denn ich will es an⸗ nehmen.

Kind, thue es mir nicht an, ſprach Selina ſanfter als ſonſt und nicht ohne eine gewiſſe Bewegung.Thue es nicht, ſetze mich nicht herab, denn ich muß Dir ſa⸗ gen ich wollte es Euch ohnedies heute Abend mit⸗ theilen Herr Peter Askott hat mir ſeine Hand ange⸗ tragen, und ich habe ſie angenommen.

Wenn ein Blitzſtrahl unter ſie niedergefahren wäre, ſo hätten die Schweſtern nicht mehr erſtarrt ſein können.

Freilich war dieſes unendliche Erſtaunen wieder ihrer großen Argloſigkeit zuzuſchreiben viele Frauen an ihrer Stelle würden die Sache vorhergeſehen, wohl gar Pläne dafür entworfen haben; ſie hätten es als eine brillante Partie betrachtet, und lachende Bilder von dem Hauſe

berrin und Dienerin. I. 17