Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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leben müſſen wir, oder beſſer, ſo lange wir leben, dürfen wir nicht verhungern.“

„Das verſteht ſich, Tantchen.“

„Ich meine, lieber Junge, wir müſſen anſtändig, ehrenhaft leben, wir dürfen keine Schulden machen“, und Johanna's Stimme wurde ſcharf, als ob die Er⸗ innerung an die Schreckenstage ihrer Jugend ſie wieder überkomme— wenn Henry Leaf's älteſte Tochter über⸗ haupt eine Jugend gehabt hatte. Ja, Askott, frei von Schulden iſt frei ſein von ſchwerer Pein.“ Und indem ſie ihre ſchmale, bleiche Hand auf ſeinen Arm legte, und mit einem Gemiſch von Hoffnung und Zuverſicht in ſein ſchönes Angeſicht ſchaute, fuhr ſie fort:„Du weißt, wie theuer Du mir biſt, dennoch möchte ich Dich lieber an der Landſtraße Steine klopfen ſehen, denn daß Du als ein Gentleman, wie Du es nennſt, als ein Schwindler, wie ich es bezeichne, von anderer Menſchen Geld lebteſt.“

Der junge Mann ſprang heftig auf, und indem glühende Röthe in ſein Geſicht ſtieg, ſagte er:

„Du gebrauchſt ſtarke Ausdrücke, Tante Johanna. Doch vielleicht magſt Du Recht haben. Was geht es

mich an. Gute Nacht, ich muß einen Bekannten zu be⸗

ſtimmter Stunde treffen.“

Hilary drückte ihm ſehr ernſt ren Wunſch aus, er möge bei dem Familienrathe gegenwärtig bleiben.

„Nein, nein, ich haſſe ſolches Hin⸗ und Herſchwatzen. Macht Ihr es unter Euch aus. Was geht es mich an — es iſt nicht meine Angelegenheit.“

„Es kümmert Dich alſo nicht, was aus uns