248 abwägt, ihr gewiß als Tugend und zur Ehre an⸗ rechnen.
Der erſte jener beiden Vorfälle, welche Eliſabeth ihrer Gebieterin verſchwiegen hatte, ereignete ſich zur Frühſtückszeit, als Askott früher als ſonſt herab kam und Eliſabeth fragte, ob ein kleiner, unſauberer Herr mit einer Habichtsnaſe ſich geſtern nach ihm erkundigt hätte. Nach kurzem Beſinnen erinnerte ſich das Mädchen, daß ein Mann, dieſer nicht zu ſchmeichelhaften Beſchrei⸗ bung entſprechend, da geweſen ſei, doch ſich geweigert habe, ſeinen Namen zu ſagen, weil er die Damen nicht kenne, obgleich er ein genauer Freund von Herrn Leaf ſei. Askott lachte:„Ein ſehr genauer Freund— er hat Recht; aber meine Tanten würden nicht ſeine Geſell⸗ ſchaft, ja, nicht einmal ſein Herkommen mögen. Sollte er alſo wieder nach mir fragen, ſo ſagen Sie, ich ſei über Land gefahren.“
„Ja, mein Herr. Werden Sie noch vor dem Eſſen reiſen?“ fragte Eliſabeth, deren praktiſcher Sinn ſich gleich zu dieſer Mahlzeit wandte, die, wenn Askott ſie theilte, ſtets aus warmen Speiſen beſtehen mußte.
Der junge Mann ſchien höchlichſt ergötzt und er⸗ widerte lächelnd:„Wahrhaftig, Sie ſind die Unſchuld ſelbſt— befolgen Sie, was ich Ihnen aufgetragen und kümmern Sie ſich weiter nicht— ſtill, da iſt meine Tante Hilary!“
Und ihrer jungen Herrin bleiches, ängſtliches Ge⸗ ſicht, müde und abgeſpannt durch eine ſchlafloſe Nacht, zog Eliſabeth von dem ſoeben beſprochenen Gegenſtande


