Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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einmal ſtiller und trüber als ſonſt war. Sie fand es nicht unnatürlich, daß Eliſabeth, fern von der Heimath, ganz einſam und ohne Bekannte in London, und all den vielen häuslichen Unannehmlichkeiten ausgeſetzt, welche ihr Wohnen in möblirten Zimmern mit ſich führte, auch zuweilen Grund zur Klage haben konnte. Wenn die Herrin dieſe Uebelſtände nicht zu beſeitigen ver⸗ mochte, ſo konnte ſie doch wenigſtens ein Wort freund⸗ licher Theilnahme ſprechen, das einem armen Dienſt⸗ mädchen ebenſo werthvoll iſt wie einer regierenden Königin.

Heute jedoch wurde es Eliſabeth nicht zu Theil und dieſe zog ſich bald in ihre„Privat⸗Küche“ zurück.

Das Mädchen erwog in ihrem Inneren eine ſchwere ethiſche Frage. Zum erſten Male hatte ſie heute ihrem Fräulein Hilary nicht Alles mitgetheilt. Zweierlei war geſchehen, und ſie konnte nicht in's Klare kommen, ob ſie das wiedererzählen ſolle oder nicht.

Eliſabeth beſaß ſchon von Natur eine größere Pflichttreue und Gewiſſenhaftigkeit— welche die Ver⸗ hältniſſe noch mehr ausgebildet hatten— als man es gewöhnlich in ihrem Stande, ja ſelbſt in beſſeren Stän⸗ den findet. War dies ein Fehlgriff, ſo trug Hilary die Schuld davon; wahrſcheinlich verurſachte es Eli⸗ ſabeth manches Leid, manche Enttäuſchung mehr in dieſer Welt, der ſie entgangen ſein würde, wenn ſie nur nach den gewöhnlichen Anſichten, und beſonders nach denen der dienenden Klaſſe, von Recht und Moralität gehan⸗ delt hätte— aber dieſen Fehlgriff oder Irrthum wird der Engel der Vergeltung, wenn er einſt ihre Thaten