Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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böſes Mädchen, wie kann es die Katze geweſen ſein? Weißt Du, wie grob Du gelogen, und lügen iſt Sünde, jeder Lügner kommt in die

Unſinn! Still! mit dieſen in beſtimmtem Tone geſprochenen Worten unterbrach Hilary den Redeſtrom. In ihrer Kindheit war Selina'sZunge ihr Schrecken geweſen, jetzt aber ärgerte ſie ſich nur noch darüber. Selina's heftiges, launenhaftes Temperament war ſeit langer Zeit als ein unvermeidliches Uebel in der Fa⸗ milie anerkannt, ja man kümmerte ſich kaum noch darum, wohl wiſſend, daß ihr Bellen ſchärfer als ihr Biß war, aber es blieb doch immer unangenehm, daß ſie ſich ſo bald vor dem neuen Dienſtmädchen bloß⸗ ſtellte.

Im Anfange blickte die Letztere mit einfachem Er⸗ ſtaunen auf die zürnende Dame, als aber Selina, gerade den Anderen zum Trotz, ſich in einen wahren Sturm der Leidenſchaft hineinarbeitete und die übertriebenſten Anſchuldigungen hageldicht auf des armen Opfers ge⸗ beugtes Haupt fielen, da ging auch eine große Verän⸗ derung in Eliſabeth's Weſen vor. Nach einer beharr⸗ lichen Wiederholung:Es war die Katze, konnte man kein weiteres Wort aus ihr herausbringen. Sie ſtand mit geſenktem Blick, gerunzelter Stirn und trotzig auf⸗ geworfener Lippe, ein richtiges Bild eiſerner Hals⸗ ſtarrigkeit. Obgleich noch ſo jung, ſchien Eliſabeth doch gleich ihrer Herrin einen ungewöhnlichen TheilEigen⸗ willen und Trotz zu beſitzen, eine geiſtige Mißgeſtaltung, mit der manche Menſchen geboren werden, wie andere

mit einer Haſenſcharte oder einem Klumpfuß, nur daß