Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

in Kopf und Herz ſo eingeprägt, daß weder Zeit, Trennung, noch Wechſel der Verhältniſſe, ja, keine Macht der Welt es jemals aus ihrer Seele bannen könnte, ſo glaube ich dennoch, Hilary hätte ruhig hingeblickt. Sie würde ihr Loos, ſo wie es war, angenommen haben, mit ſeinem Licht und Schatten, ſeinem Glück und Schmerz; es kam ja über ſie ohne ihr Zuthun, wie die meiſten wichtigen Lebensereigniſſe uns treffen, und was es auch mit ſich führte, es konnte doch aus keiner anderen Quelle ſtammen, als der, welche hehr und heilig iſt, aus der die reine Liebe ſtets entſpringt aus dem Willen und dem Segen Gottes.

Herr Lyon ſelbſt erfordert keine lange Beſchreibung. Bei ſeinem erſten Beſuche im Hauſe hatte er Johanna Leaf alles ihn Betreffende erzählt, was bekannt werden ſollte. Er theilte ihr mit, daß er demſelben Stande angehöre wie ſie, ein armer Lehrer ſei, der ſich allein emporgearbeitet, wie dies ſo viele ſchottiſchen Studenten müſſen. Sein Vater, deſſen er ſich kaum mehr er⸗ innerte, habe eine kleine Farm in Aryſhire beſeſſen, ſeine Mutter ſei todt und Geſchwiſter habe er nie gehabt.

Da er bald Hilary's bedeutende geiſtige Fähigkeiten bemerkte und wohl einſah, wie ihr als Schullehrerin ein Schatz von Kenntniſſen ſehr nützlich ſein könne, ſo erbot er ſich, ſie mit ihrem Neffen zuſammen zu unterrichten; ein Vorſchlag, den ſie nur zu gern annahm, und für den ſie und Johanna ihm innig dankbar waren. Doch während dieſer Stunden hat er ſie noch etwas Anderes gelehrt, das damals von Keinem von ihnen beachtet