reichen, prachtvollen Ringeln nieder, die Johanna, unbe⸗ kannt mit der Kunſt„ſehr unordentlich“ fand und ſich vergebens bemühte durch Kamm und Nadeln in Haft zu halten, oder in regelrechte, zierliche Locken umzuwandeln. Ihre Geſichtszüge waren gut, ja künſtleriſch ſchöner und edler, als dieſe einfachen Menſchen es verſtanden, beſſer als Selina's, welche in ihrer Jugend doch die Schön⸗ heit der Stadt geweſen. Wenn aber auch Johanna keine Ahnung von der plaſtiſchen Regelmäßigkeit der Formen und Züge hatte, ſo glaubte ſie doch unverbrüchlich— natürlich ohne es laut werden zu laſſen— daß es auf der ganzen Gotteswelt kein zweites Antlitz wie Hilary's gäbe.
Möglicherweiſe dämmerte dieſelbe Ueberzeugung in
Eliſabeth's anſcheinend etwas beſchränktem Geiſte auf,
denn ſie beobachtete ihre jüngſte Herrin unausgeſetzt;
ihre Augen folgten ihr wo ſie ſtand und ging; und als Hilary einmal zu ihr herantrat, um ihr zu zeigen, wo Beſen, Blaſebalg und Ofenſchippe zu finden waren, da ſchaute das junge Mädchen mit einer ſo bewundernden, alles Andere vergeſſenden Aufmerkſamkeit auf ſie, daß der Korb, den ſie trug, ihren Händen entglitt und die Kohlen über die ganze Küche rollten. Bei dieſer Kataſtrophe blickte Johanna kläglich darein, Selina ſchalt, und Askott, der gerade zum Thee hereinkam, ſpät wie immer, brach in ein ſchallendes Gelächter aus.
Es koſtete Hilary ſelbſt Mühe, ihr Lachen zun uter⸗ drücken, denn ſie ſtand ihrem Neffen zu nahe im Alter, um immer ein würdevolles, tantenhaftes Betragen ihm gegenüber annehmen zu können; nachdem ſie aber ihre Schweſtern in dem Wohnzimmer behaglich untergebracht


