„Nein, nein, mein Liebling, das ſind wir nicht, waren es nie“, ſprach die älteſte Schweſter beſchwich⸗ tigend, bemüht einem dieſer Stürme vorzubeugen, welche oft zwiſchen jenen Beiden ausbrachen.„Du weißt wohl, Hilary, wir haben nie gebettelt, nie von Einem geborgt, ja, wir ſind ſogar Niemand etwas ſchuldig, ausgenommen dem Herrn Lyon, der darauf beſtand, Askott die Privat⸗ ſtunden hier im Hauſe zu geben.“
Hier brach Johanna plötzlich ab, und Hilary ſagte leicht erröthend:
„Schweſtern, wir vergeſſen, daß die Thür nach der Treppe geöffnet iſt, und obgleich Eliſabeth ein ehrliches, offenes Geſicht und nicht den Ausdruck einer Lanſcherin hat, ſo könnte ſie uns doch hören. Soll ich ſie herunter⸗ rufen und ſie im Wohnzimmer heizen laſſen?“
Während das neue Mädchen dieſen Auftrag vollzog und, trotz Selina's Ahnung des Gegentheils, das Feuer gut und ſchnell zum Brennen brachte, beſonders nachdem ihr Hilary ein paar kleine Winke zur beſſeren Förde⸗ rung der Arbeit gegeben, wollen wir die Gelegenheit benutzen, um ein Bild der Letzteren zu entwerfen.
Es wird nur klein ſein, denn Hilary ſelbſt konnte nicht groß genannt werden; Alles an ihr, Hände, Füße, Geſtalt war zierlich und klein und ſtand im ſchönſten Ebenmaß zueinander. Ihre Bewegungen, wie dies meiſt bei kleinen Menſchen der Fall, waren mehr leicht und ſchnell als elegant; doch that ſie Alles mit einer Ge⸗ fälligkeit und Zartheit, die unwillkürlich einen Hauch von Anmuth und Grazie über ihr Thun breiteten. Sie ge⸗ hörte zu jenen Perſonen, die am beſten und kürzeſten


