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„Es iſt ja aber auch gar nicht nöthig“, begann Hilary fröhlich.„Ich bin überzeugt, wir können ganz gut ein Mädchen halten und ernähren und täglich das Wohnzimmer heizen. Weshalb wollen wir nicht dort ſpeiſen und die Abende darin zubringen?“
„Wir müſſen es“, entſchied Selina.„Ich meines Theils könnte weder eſſen, noch nähen oder irgend etwas Anderes thun, wenn jenes große, plumpe Mädchen mir gegenüber ſäße und mich anſtarrte, oder beſſer, gegenüber ſtände, denn wir könnten ſie doch nicht mit uns zu⸗ ſammenſitzen laſſen. Was wird ſie ſchon von uns ge⸗ dacht haben— von Leuten, die ihren Thee in der Küche trinken?“
„Ich finde, das thut nichts“, entgegnete die älteſte Schweſter ſanft.„Jedermann in der Stadt weiß, wer und was wir ſind, oder kann es wenigſtens erfahren, wenn er ſich danach erkundigen will. Wir können unſere Armuth nicht verbergen, ſelbſt wenn wir es wünſchten; aber ich glaube nicht, daß man deshalb auf uns herab⸗ blickt, nein, nicht einmal als wir die Schule eröffneten, was Dir eine ſo ſchreckliche Sache war, Selina.“
„Ja das iſt und bleibt es; und ich habe mich noch nicht damit ausgeſöhnt, des Bäckers beide Knaben und des Schmidts kleine Tochter unterrichten zu müſſen. Du haſt unrecht gehandelt, Johanna, daß Du nicht irgend eine Schranke zogeſt; die Kinder der Handwerker mußten von dem Schulbeſuche ausgeſchloſſen werden.“
„Bettler dürfen nicht ſo wähleriſch ſein“, erwiderte
Hilary ſchnell. „Bettler!“ wiederholte Selina entrüſtet.


