Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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hatte ſie gelerntStaub zu ſehen, einen Pudding zu

bereiten und Wäſche zu plätten; und als ſie zur Er⸗

kenntniß kam, wie dieſe häuslichen Verrichtungen gethan werden müßten, und wie nöthig ſie wären, da fühlte ſie erſt, welches Leben ihre Schweſter Johanna ſeit zwanzig Jahren geführt haben mußte, welche Sorgen und nie endende Mühſal ſie erduldet hatte, um alle dieſe Dinge zu thun, von denen Hilary bis dahin geglaubt, ſie ge⸗ ſchähen ganz von ſelbſt.

Darum war es gerade Hilary, die nach vielem Ueber⸗ legen, wie dem Uebelſtande am beſten abzuhelfen wäre, und mit ihrem klaren, praktiſchen Sinn wohl einſehend,

daß, ſo bereit ſie ſei, ſich dem Hausweſen zu widmen,

ſie ihre Zeit durch Stundengeben viel beſſer verwerthen könne die kühne Idee anregte und ausſprach:Wir müſſen eine Dienerin nehmen, und weil es nothwendig war mit einem jungen Mädchen den Anfang zu machen, das nicht hohes Lohn beanſpruchen konnte höchſtens zwanzig Thaler jährlich ſo entſchloſſen ſie ſich, dieſe Eliſabeth Hand zu miethen.

Auf dieſe Weiſe kam es, daß Eliſabeth, dicht hinter ihrer Mutter ſich haltend, einer Frau mit prüfendem Blick und etwas klagender Stimme, in der Küche der Fräulein Leaf erſchien.

Die drei Damen waren dort beiſammen; Johanna ordnete den Theetiſch, Selina lag auf dem Sopha und verſuchte Butterbrötchen zu beſorgen, und Hilary knieete vor dem Feuer, ein Wenig Toaſt zu bereiten, den einzigen Luxus, welchen die älteſte Schweſter ſich geſtattete. Dies war das Bild, welches die drei Damen Eliſabeth's

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