zählte, es um keinen Preis der Welt zugeſtanden hätte. Und Hilary, die jung, friſch und ſehr thätig war, konnte unmöglich Alles beſorgen, was der kleine Hausſtand er⸗ forderte; ſie vermochte doch nicht zu gleicher Zeit an drei Orten zu ſein: in der Schulſtube, Kinder zu unter⸗ richten; in der Küche, das Eſſen zu bereiten und in den oberen Zimmern die Arbeit eines Hausmädchens zu thun. Nebenbei brauchte ſie viel Zeit, die„arme Selina“ zu bedienen und zu pflegen, die ſehr oft zu krank war, oder mindeſtens ſich einbildete es zu ſein, um ſich in irgend einer Weiſe an der Führung des Hausſtandes oder der Schule zu betheiligen.
Da nun einmal die Sache unvermeidlich war, ſo ſagte Johanna, die älteſte Schweſter, wenig darüber; doch ihr Herz that ihr oft weh, wenn ſie Hilary's hübſchen, weißen Hände von Rahm geſchwärzt oder durch Auf⸗ ſcheuern hart und rauh ſah. Für ſie war ſolche Arbeit nachgerade natürlich geworden— aber für Hilary, ihren Liebling!—
Während Hilary's Kindheit wurden ihr, der Jüngſten der Familie, ſelbſtverſtändlich ſolche häuslichen Obliegen⸗ heiten ferngehalten, und ſpäter hatten ihre Studien ihr keine Zeit dafür gelaſſen, denn ſie war ein kluges, lern⸗ begieriges Mädchen und Latein, Griechiſch, ja ſelbſt die höheren Zweige der Arithmetik und Mathematik waren ihr nicht fremd; und dieſe Beſchäftigung fand ſie viel intereſſanter als Geſchirr abzuwaſchen und Stuben aus⸗ zukehren; trotzdem aber vollzog ſie jede häusliche Arbeit, welche ihr aufgetragen wurde, doch ihre Neigung führte ſie nicht dieſer Richtung zu. Erſt in der letzten Zeit


