Grstes Papitel.
Sie war eher ein großes als kleines, ſtarkgebautes, linkiſches Mädchen von ungefähr fünfzehn Jahren. Dieſen Eindruck machte wenigſtens die neue Dienerin auf ihre zeünftigen Herrinnen, die Fräulein Leaf, als ſie in Be⸗ gleitung ihrer Mutter, der Frau Hand, welche Wittwe und eine Wäſcherin war, in die Küche der Erſteren trat. Ich muß bekennen, als die Damen das Mädchen ſahen, fühlten ſie eine leiſe Sorge in ſich aufſteigen, ob ſie nicht zu voreilig geweſen, als ſie ſich erboten, ſie in Dienſt zu nehmen, ob ſie nicht klüger gehandelt hätten, in ihrer alten gewohnten Weiſe fortzuleben— die freilich ſo alt war, daß ſie beinahe vergeſſen hatten, es ſei jemals anders geweſen— und ohne Mädchen fertig zu werden.
Viele Berathungen wurden von den drei Schweſtern gepflogen, ehe ſie ſich zu einem ſo extravaganten Um⸗ ſturze ihres Hausweſens entſchloſſen; aber Johanna, die älteſte der Damen, ſing nach gerade an ſich nicht mehr ſo jung zu fühlen, wie früher; daſſelbe war bei Selina der Fall, obgleich dieſe, da ſie noch nicht vierzig She
Herrin und Dienerin. I.


