Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Nein! Wenn ich bis vor wenigen Augenblicken die ganze Wahrheit noch nicht kennend, oder viel⸗ mehr gar nicht daran denkend, glaubte, ich hätte die Kraft, alle Hinderniſſe zu überwinden, ſo erkenne ich jetzt, daß ſchon der Gedanke allein an ſolche Dinge mich zu einem Thoren oder vielleicht zu einem Kna⸗ ben macht. Ich will Keines von Beidem ſein, ſon⸗ dern ein Mann bleiben.

Ich erwiderte Nichts; was konnte man auch darauf antworten? Ruhig wurden dieſe Worte geſpro⸗ chen, wenn auch jede Sylbe einen Kampf koſtete, als riſſe er ſich ein Stück ſeines Herzens heraus.

Sagte ſie Ihnen irgend Etwas, oder wunderte ſie ſich, daß ich ſie heute Morgen ſo plötzlich verließ?

Ja, und ich erwiderte darauf, daß Sie ihr den Grund davon wohl ſelbſt mittheilen würden.

Das ſoll auch geſchehen. Sie darf nicht länger in Unwiſſenheit über meine Verhältniſſe gehalten werden. Sie ſoll die ganze Wahrheit erfahren, außer Eines das braucht ſie nie zu wiſſen.

Ich errieth an dem gebrochenen Tone ſeiner Stimme, was dasEine war, was ſie nicht zu wiſſen brauchte, aber doch jede edle Frau gewiß für etwas Großes hält, das unſchätzbare Gut, das in der Licbe eines guten Mannes liegt. Die Liebe in einer Ratur, wie die ſeinige, mußte, einmal empfun⸗