Garten hinunter zu gehen, um ihr eine Lilie, der Mutter Lieblings⸗Lilie, zu zeigen. Ich rieth, ſich erſt die Erlaubniß dazu einzuholen, und ward mit dieſer Frage abgeſchickt.
Ich fand John und ſeine Frau in einem ernſten, ja ſichtlich traurigen Geſpräche vertieft.
„Liebe!“ ſagte er,„ich habe es ſchon lange ge⸗ wußt; aber wäre ſie nicht hergekommen, würde ich Dich nicht durch die Mittheilung betrübt haben.“
„Vielleicht iſt es nicht wahr,“ rief Urſula warm⸗ herzig,„die Welt iſt ſo leicht bereit, Schlechtigkei⸗ ten über uns arme Frauen zu erfinden.“
„Uns Frauen? ſage das nicht, Urſula, ich kann es nicht ertragen, meine Frau in einer Reihe mit ihr nennen zu hören.“
„John“
„Nein, ich will es nicht. Du weißt es nicht, wie es mich ſtört, wenn ihre Hand die Deinige berührt.“
„John!“
Der ſanfte Ton rief ihn zu ſeiner beſſern Er⸗ kenntniß zurück.
„Vergieb mir! Aber ich möchte nicht, daß Dir — meiner geliebten Frau— auch nur der leiſeſte Fleck nahe träte. Ich kann den Gedanken nicht er⸗ tragen, daß Du Verkehr mit einer Frau haben könn⸗
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