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nahm ſie ſich zuſammen und noch ein Mal ſprach die Mutter in ihrem natürlichen alten Tone:
„Guy, Edwin, Ihr Alle, Ihr dürft nie Euren Vater vergeſſen. Ihr müßt handeln wie er es wünſchte, und nach allen Seiten hin leben wie er gelebt hat. Ihr müßt ihn und Euch untereinander lieben. Kinder, nicht wahr, Ihr werdet nie ſo han⸗ deln, daß Ihr Euch ſchämen müßtet, Eurem Vater zu begegnen?“
Als ſich Alle um ſie drängten, küßte ſie Jeden, ihre drei Söhne und zwei Töchter, Einen nach dem Andern. Dann, als ob ihre Sinne durch den Raum, in dem wir uns befanden, verleitet würden, ſah ſie ſich ermattet um, als ſuche ſie noch nach einem an⸗ dern Kinde, faßte ſich aber ſogleich und lächelte.
„Wie froh wird der Vater ſein, ſie wieder zu haben, ſeine eigene kleine Muriel!“
„Mutter, geliebte Mutter, komm' nach Hauſe!“ flüſterte Guy unter Thränen.
Seine Mutter wandte ſich zu ihm, gab ihm noch einen Kuß— dem Lieblinge unter allen ihren Kin⸗ dern— und wiederholte dieſelben Worte.
„Gleich, gleich! Aber jetzt verlaßt mich Alle; ich muß mit meinem Mannenocheine Weile allein ſein.“
Im binausgehen ſah ich, wie ſie ſich nach dem Bette wandte, und hörte ſie„John, John!“ rufen.


