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„Ich war ein Mädchen, jünger als irgend Einer von Euch, als ich Euern Vater zum erſten Male ſah! Nächſten Monat wären wir dreiunddreißig Jahre verheirathet— dreiunddreißig Jahre!“
Ihre Augen gewannen einen träumeriſchen Ausdruck, ſo, als ob ſie ihre Phantaſie in dieſen ganzen Zeitraum zurückführte, und faſt mechaniſch ſpielten ihre Finger mit dem Trauringe.
„Kinder, wir waren ſo glücklich wie ich es nicht ausſprechen kann. Er war ſo gut und liebte mich ſo— mehr als das, er machte mich viel beſſer, weil ich ihn ſo liebte. Ach, was iſt mir ſeine Liebe von dem erſten Augenblicke an geweſen! Meine Kraft, mein Frieden und meine Hoffnung, in allen Sorgen mein Troſt, und im Glücke, wie lieblich war ſie da! Immer glücklicher und in ſich vollendeter ward mein Leben, ich ſelbſt erſchien mir immer würdiger, weil er mich als ſein Eigen gewählt hatte. Und was er war— Kinder, Keiner als ich hat je ſeine Güte
ganz gekannt. Keiner als er allein hat gewußt, wie
zärtlich ich Euern Vater geliebt habe. Wir waren uns gegenſeitig mehr werth als irgend Etwas auf dieſer Welt, aber wir wußten dennoch, daß wir Den über Alles lieben mußten, der uns zuſammengeführt
hatte.“ Ihre Stimme ward beinahe unhörbar, doch
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