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Atlas fürs erſte an ſich, hatte aber bei der Gelegenheit einen Blick auf unſere Wohnung geworfen und den kläg⸗ lichen Zuſtand derſelben erkannt. Er befahl, uns Glas⸗ fenſter zu geben, ſah ſelbſt nach, ob ſein Befehl befolgt ſei, und unterſuchte bei dieſer Gelegenheit auch den Kü⸗ chentopf, der für uns am Feuer ſtand. Er entdeckte in demſelben nichts als einige Hülſenfrüchte, die in bräun⸗ lichem Waſſer ſchwammen. Er wurde zornig gegen Zat⸗ dete, die uns zu dieſer magern Koſt verdammt hatte, und ſandte Zucker, Thee, Reis und Butter. Auch wenn wir nicht wußten, daß Schamyl abweſend ſei, konnten wir es ſogleich daran bemerken, daß Zaidete uns auf eine ſchmalere Koſt ſetzte.
So nahte der Winter heran, der entſetzlich, vielleicht unerträglich geworden wäre, wenn nicht Graf Brazow ſeiner Frau und ſeiner Schweſter und mein Vater mir
wärmere Kleidungsſtücke und Bücher geſchickt hätte. In⸗
zwiſchen gingen die Unterhandlungen fort. Ja, eines Tages, als wir uns nach der Urſache des freudigen Lärms erkundigten, der das ganze Serail erfüllte, er⸗ fuhren wir, daß Schamhl die Nachricht empfangen habe, ſein Sohn befinde ſich ſchon auf dem Wege nach Stau⸗
ropol, da der Czar in die Auslieferung deſſelben einge⸗
willigt habe. Von dieſem Tage an durften wir uns freier bewegen und blieben von nun an theils durch die


