Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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ßen Schlüſſelbunde und in einem unbegreiflichen Ngligé durch das Haus rannte und lärmte, war Chuanete ſtets, und ſah man ſie auch am früheſten Morgen, die Sau. berkeit und Sanftmuth ſelbſt. Und überdies war ſie viel ſchöner als Zaidete. Dieſe letztere ſchien uns wirk⸗ lich quälen zu wollen, wie ſie alle Andern quälte. Als Chuanete krank war, verbot man uns, in der Galle⸗ rie ſpazieren zu gehen, was man uns bis dahin erlaubt hatte. Zaldete war ſchuld daran; ſie hatte geäußert. wir trügen unheilbringende Gegenſtände an uns, die der Kranken ſchaden würden, wenn wir in ihre Nähe kämen. Das wurde noch ſchlimmer, als Schamhl, nachdem die Ankunft ſeines Sohnes Kaſi⸗Machmet feſt⸗ lich begangen und ein großer Kriegsrath, dem auch Da⸗ nielBey, der bekannte Unterfeldherr Schamyl's, bei⸗ wohnte, gehalten war, Dargo⸗Weden verließ, um eine Expedition gegen die Ruſſen in eigener Perſon anzufüh⸗ ren. Wir waren im Anfang des September, und ſchon fiel zuweilen Schnee. Wir begannen von der Kälte zu leiden, denn unſere Zimmer waren nicht feſt zu ſchließen,

das Fenſter hatte keine Scheiben, der Kamin füllte, ſo⸗

bald man Feuer anzündete, unſer Zimmer mit Dampf⸗

wolken, die uns faſt erſtickten. Dazu kam, daß man

uns ſchlechtere Nahrungsmittel ſandte, uns überhaupt vernachläſſigte. Das Serail glich während Schamyl's