Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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ihr, ſie möge ſich dafür ein Huhn kaufen und ihrem Kna⸗ ben Suppe kochen. Als das Huhn gekauft war, fehlte ein Topf. Wir erhielten ihn erſt mit vieler Mühe, und der Beſitzer hatte ihn nur unter der Bedingung herge⸗ geben, daß er ſiebenmal geſcheuert würde, nachdem er gebraucht worden. Durch einen mir bis jetzt noch un⸗ begreiflichen Zufall erhielt auch die Dienerin Nina's ein Stück Seife, wofür ſie ein Halsband gab, das ſie eben⸗ falls wahrſcheinlich durch ein Wunder gerettet. Unſere Freude über den Beſitz dieſes Stückchens Seife mag am beſten ſchildern, was wir zu erdulden hatten. Uebrigens litten wir immer noch Mangel an Eßwaaren. Etwas Brod und Milch waren Leckerbiſſen für uns. In dieſem Aul erhielten wir zum erſten Male einige Pflaumen und Aprikoſen, die uns gutmüthige Frauen über die Mauer des Hauſes warfen. Wir verbrachten den größten Theil des Tages auf einer Terraſſe, von der aus wir den Aul und die prächtige Gebirgslandſchaft überblicken konnten. Das Dorf lag auf einem ſteilen Felſen, zu welchem auf allen Seiten Treppen hinaufführten. Ganz in unſerer Nähe befand ſich ein tiefer Graben, und es erregte unſere nicht geringe Verwunderung, als wir ſahen, wie eine junge Frau und nach ihr eine Wiege mit einem Kinde in dieſen Graben hinabgelaſſen wurde. Der Mullah erklärte uns dies ſpäter. Die junge ſchöne Frau hatte den Mörder ihres Man⸗