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chen“, entgegnete Sophia kalt und ruhig.„Nun, ich hoffe, lieber Bruder, mein Gatte wird Dir willkommen ſein, mag ich ihn wählen, wo ich wolle. War das Alles, was Du mir zu ſagen hatteſt? Meine Antwort bleibt dieſelbe: ich kann mich noch nicht entſcheiden!“ Michael rückte ungeduldig mit ſeinem Stuhl. Es ſſchien ihm entſetzlich ſauer zu werden, weiter zu ſprechen, aber ſichtlich hatte er noch nicht Alles geſagt. „Du haſt die Nacht zum Ueberlegen“, begann er nochmals.„Ueberdenke es reiflich. Ich glaube kaum, daß Dir in dieſer Gegend eine heſſere Partie geboten werden wird. Ich gebe gern zu, daß Du einen Mann verdienſt, der Dir mehr zu bieten vermag, aber Du könnteſt ihn nur in Petersburg finden, und Dich dort längere Zeit aufzuhalten erlauben Dir Deine Vermögensverhältniſſe nicht, ſelbſt wenn auch ich Opfer bringen wollte. Außer⸗ dem würden politiſche Gründe Deine Verbindung mit Daniel höchſt wünſchenswerth machen!“
„Politiſche Gründe?“ fragte Sophia, und zum er⸗ ſten Male zeigte ihr Geſicht eine ernſte und beſorgte Auf⸗ merkſamkeit.
„Ja, liebe Schweſter, das Wort iſt heraus!“ ſagte Michael, ſichtlich erleichtert.„Ich wollte nicht gern da⸗
von ſprechen, da ich hoffte, Du würdeſt in eine Verbin⸗ ung mit Daniel willigen, auch ohne daß ich zu jenen


