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Michael ſah ſeine Schweſter fragend an. Sophia antwortete ihm durch einen gleichen Blick. Es entſtand eine Pauſe.
„Ich fragte ihn, warum er ſich nicht abermals an Dich ſelbſt wende“, fuhr Michael dann fort,„aber er erwiderte mir, es ſei beſſer, wenn ich mit Dir ſpräche,
Du würdeſt vielleicht zu mir offener ſein Nun, Sophia,
ſiehſt Du, Nina und ich, wir wiſſen lange, daß Daniel Dich liebt, und wir glauben beide, daß Du eine gute Partie machen würdeſt, wenn Du ihn heiratheteſt. Er iſt nicht ohne Vermögen, und ſeine Güter, wenn er erſt Aufmerkſamkeit darauf verwendet, werden ihm mehr als das Doppelte deſſen eintragen, was mir die meinigen bringen. Er iſt ein junger Mann, gewiß nicht häßlich, ohne Fehler im Charakter. Ich habe mich alſo eigentlich ſchon lange gewundert, weshalb Du Dich nicht entſchei⸗ den kannſt, ſein Anerbieten anzunehmen.“
„Lieber Bruder“, antwortete Sophia,„die Antwort iſt ſehr einfach: weil ich nicht weiß, ob ich ihn liebe, ja, weil mir zuweilen ſcheint, als ob ich ihn nicht liebe!“
„Die Liebe, ja, die Liebe ſpielt bei Euch Frauen
doch eine Hauptrolle!“ ſagte Michael verlegen und faſt
ſeufzend.„Bedenke, daß es auch für Dich Zeit wird, Deine Zukunft zu ordnen. Du haſt ſo viel, um allein leben zu können, aber es würde doch ein trauriges Leben


