Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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mit ihrem nicht bedeutenden Vermögen noch eine glän⸗ zende Partie. War der Major aufrichtig? Sie konnte ihm nicht unbedingt trauen. Aber er war intereſſant, energiſch, er verſtand es, ſie zu meiſtern, und das gefiel ihr. Er ließ zuweilen durchblicken, daß er des Schmach⸗ tens müde ſei; er hatte davon geſprochen, ſich verſetzen zu laſſen, und der Krieg bot Gelegenheit genug dazu. Sophia fühlte, daß es ihr auf der Stelle weh that, wo das Herz ſitzt, wenn ſie daran dachte, Paul Ombrazo⸗ witſch könne fortgehen, und ſie war geneigt zu glauben, daß auch ſie ihn liebe. Aber klar und beſtimmt konnte ſie es ſich ſelber nicht ſagen. Gab es doch Momente, in denen auch Daniel Garika ihr etwas entlockte, was der Sympathie ähnlich war.

Sie wußte, daß die Stunde herannahte, in der ſie ſich entſcheiden mußte, und das machte ſie ſo nachdenk⸗ lich. Langweiliges Dari, wo man ſolchen Grübeleien nicht dadurch entfliehen konnte, daß man auf einen Ball oder in eine Oper ging! Sie wußte, daß ihr Bruder vor kurzem einen Brief von Daniel Garika erhalten, und ahnte den Inhalt deſſelben. Auch geboten die Um- ſtände entſcheidendes Handeln. Ganz Georgien war in der größten Aufregung. Von Südweſten her näherten ſich die türkiſchen Truppen. Von Norden her ſtieg Schamhl mit ſeinen Reitern die Berge herab; jeder Tag