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ihn; aber da er ihre Heimat, das Schwabenland, nicht genau kannte, ſo ſchienen ſeine Antworten ihr nur eine geringe Theilnahme einzuflößen. Sie hatte hier eine neue Heimat gefunden, beſaß einen Gatten, einen Sohn und Töchter, eine neue, wenn auch fremde und beſchränkte Welt war ihrem Geiſte aufgegangen, und ſie hatte ſich ganz in dieſelbe hineingelebt. Lag ja doch Alles, was ihr noch jetzt zuweilen aus der Jugend entgegenſtrahlen mochte, mit dem geliebten erſten Manne im Grabe! Sie berichtete dann dem jungen Deutſchen Manches über die Verhältniſſe der Kurden, ſowie; über die Stel⸗ lung der Frauen zu den Männern Edmund Wiedenburg glaubte daraus ſchließen zu dürfen, daß dieſe Stellung keine ſo demüthige und ſtlavenartige ſei, wie man ſie zuweilen ſchildert. Selbſt die Abgeſ chloſſenheit der Frauen fand ja bei den chriſtlichen Kurden nicht in dem Maße ſtatt wie bei den mohammedaniſchen. Aus den Beſchrei⸗ bungen der Schwäbin ging im Allgemeinen hervor, daß die neſtorianiſchen Frauen ungefähr daſſelbe Leben führ. ten wie die Bäuerinnen ihres Vaterlandes, daß aber ihr Bildungsgrad geringer ſei dem der Männer angemeſſen.
„Ich werde Tanlik⸗Aga zu bewegen ſuchen, daß er Euren Wunſch erfüllt“, ſagte ſie dann.„Von ſeiner Güte hättet Ihr wenig zu erwarten, denn Chriſten und Mohammedaner haſſen hier die Fremden, in denen ſie na—


