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Sophia Brarow war keine regelmäßige Schönheit, aber ihr friſches Geſicht mit den zart gerötheten Wan⸗ gen, den dunklen, runden Augen war eins von denen, die im Sprechen Reiz und Leben gewinnen und durch die Beweglichkeit der Züge und durch den Ausdruck von Geiſt keine Betrachtung über die etwa mangelnde Schön⸗ heit aufkommen laſſen. Die Form der Stirn und der Naſe verriethen ein wenig den ruſſiſchen Thpus. Aber wenn ſie lachte und diee weißen Zähne durch die rothen Lippen blitzten und die Augen ſo klar glänzten erſchien ſie verlockend ſchön. Ihr ganzes Weſen trug den Stem pel der Kraft, der Geſundheit und des Uebermuths. Sie mochte keine zwanzig Jahre alt ſein, gewiß nicht darüber, und Alles an ihr, der Teint, die Augen, die Lippen, das prächtige dunkle Haar, die gerundeten For— men der kaum mittelgroßen Geſtalt, zeigte jene erſte glän— zende Friſche der Jugend, die für ſich allein ſchon oft Schönheit iſt. Ihr Anzug war einfacher, als man ihn gewöhnlich bei den Ruſſen des Orients, die ihn phan⸗ tuſtiſch ausſchmücken lernen, findet; eine Art polniſcher Schooßjacke, knapp anſchließend, ein Seidenkleid, ein leichtes Hütchen und etwas Schmuck bildeten ihre ganze Toilette. Nur das faſt röthliche Braun der Jacke und das helle Gelb des Kleides deuteten mit ihren lebhaften Farben auf den Orient.
Mittzelburg, Der Held von Garita. 1. 4


