Teil eines Werkes 
5. Band (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zu Theil werden laſſen, mich zu ſeiner erſten und

rechtmäßigen Gattin zu erheben. Er hatte keine Ah⸗ nung davon, daß ich einem ſolchen Anerbieten nicht aus voller Seele zuſtimme, undzwir ließen ihn in dem Glauben, daß ich nichts gegen ihn einzuwenden habe. Durch Adora's Vermittelung erhielten wir aus Bom⸗ bay engliſche und franzöſiſche Bücher, Material zum Zeichnen und zum Sticken, ſogar ein Klavier— genug, wir lebten ganz ähnlich wie engliſche Fräulein in einer abgeſchloſſenen Penſion. Da ſchickte eines Tages Angria ſeinen Konſamah oder Hausmeiſter zu mir, der mir mittheilte, daß die Hochzeitsceremonie am folgenden Tage ſtattfinden ſolle. Adora und ich waren aufs höchſte erſchrocken, denn unglücklicherweiſe befand ſich der alte Diener, der Adora's Mutter gekannt hatte und dem wir unbedingt vertrauen durften, auf einer Sendung abweſend in Bombay. Eine Vorſtellung, die Adora in meinem Namen machte, daß mir meine Re⸗ ligion nicht erlaube, eine ſo wichtige Ceremonie ſo ſchnell zu vollziehen, und daß ſich mich durch Einſam⸗ keit und Faſten darauf bereiten müſſe, bewirkte nur einen Aufſchub von drei Tagen. Aber in dieſen drei Tagen konnte unſer Diener noch nicht zurück ſein. Ich war in Verzweiflung und feſt entſchloſſen, lieber zu ſterben, als eine für mich ſo entwürdigende Verbindung