Teil eines Werkes 
4. Band (1868)
Entstehung
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ich bei ihrer Wahl mehr einer plötzlichen Eingebung als einer langſam wirkenden Einſicht folgte. Ich griff, ſo zu ſagen, blind in den Glückstopf hinein und zog eine gute Nummer. So viel weiß ich, daß ſie mich lieber hat, als ich verdiene; denn ich bin ein launiſcher, verzwickter Burſche, der ſeinen Gefährten das Leben nicht allzu leicht macht. Dazu kommt, daß ich wirklich körperlich nicht ganz geſund bin. Ich kann dieſe Krank⸗ heit ſelbſt einem Arzte ſchwer auseinanderſetzen und die Aerzte wiſſen auch nicht, ob ſie von der Leber, oder dem Magen, oder der Milz, oder ſonſt irgend einem kranken Stück meiner Eingeweide herrührt. Ich glaube, es iſt eine Krankheit oder vielmehr eine Verſtimmung der feinen Gefühlsfäden, die man Nerven nennt und von denen auch die berühmteſten Aerzte blutwenig zu wiſſen ſcheinen. Sind dieſe Fäden einmal zu ſcharf angezogen worden und nicht zerriſſen, ſo behalten ſie davon bin ich feſt überzeugt ſpäter etwas Schlaf⸗ fes, Zitterndes, wie eine Saite, die zu ſcharf angezogen, die überſpannt worden, ſpäter auch niemals wieder in der richtigen, natürlichen Weiſe tönt, ſondern etwas Schlaffes behalten wird. Das erſcheint Dir wahr⸗ ſcheinlich ſehr unverſtändlich. Aber gewiſſe körperliche Zuſtände verſteht auch gewiß nur derjenige, der ſie

ſelber erfahren hat. Genug, unmittelbar nach den 1*