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zen Ausführlichkeit zu berichten, mit der ein zurückge⸗ kehrter Midſhipman die Ohren ſeiner ſtaunenden Mutter entzückt. Dennoch war es immer für mich eine eigen⸗ thümliche Reiſe— meine Hochzeitsreiſe! Ich glaube, es wäre gut, wenn man jedes junge Ehepaar unmit⸗ telbar nach der Hochzeit auf eine längere Seereiſe ſchickte. Da lernen die Menſchen ſich an einander ſchließen, da öffnen und vereinigen ſich ihre Herzen unter dem Eindruck der großartigſten Naturſchönheiten, da
umſchlingen ihre Seelen ſich im Anblick der drohenden
Gefahren und gewöhnen ſich daran, dem unerbittlichen Verhängniß, das über allen ſchwebt, ohne Zittern ins Auge zu blicken. Nirgendwo iſt der Menſch willen⸗ loſer dem Walten höherer Mächte preisgegeben als auf der hohen See. Unſere Natur bäumt ſich dagegen
auf, wie gegen alle Schranken, die der menſchlichen
Erxiſtenz geſetzt ſind. Aber wir ermatten allmälig in dieſem Kampfe und lernen unſere Abhängigkeit, unſere Ohnmacht erkennen. Der Streit mit Menſchen erſcheint uns ein Spielwerk, nachdem wir den Kampf der Ele⸗ mente glücklich überſtanden haben.
Ich habe meine Frau auf dieſer Reiſe wirklich liebgewonnen. Das muß Dir ſonderbar klingen, ich würde auch nicht ſo zu Jedem ſprechen. Aber Du weißt ja, wie wenig ich ſie vorher kannte und daß
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