Teil eines Werkes 
3. Band (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

156

daß ſie offenbar nicht wußte, in welcher Abſicht dieſelbe an ſie gerichtet ſei. Dennoch war es immer eine eigen⸗ thümliche Frage unter dieſen Umſtänden. Sie verſuchte zu lächeln und antwortete:

Kapitän Clive, Sie verlangen faſt zu viel von mir. Ein junges Mädchen darf die Geheimniſſe ihres Herzens auch nicht im Scherz verrathen.

Alſo Ihr Herz hat bereits ein ſolches Geheimniß? fragte Clive ſchnell und ernſt.

Das ſage ich nicht erwiderte Miß Jane.Doch Sie ſcheinen es ernſter zu nehmen aus irgend einem Grunde, den ich nicht errathe als ich glaubte. Ich kann Ihnen alſo nur antworten, daß ich weder verlobt noch überhaupt gebunden bin.

Auch nicht mit dem Herzen? Mit einem Bilde Ihres Herzens? fragte Clive.

Da er ſie anſah, ſo bemerkte er, daß eine glühende Röthe in ihr Geſicht ſchoß. Ganz ſo wie jetzt hatte er ſie in St.⸗David jedesmal geſehen, wenn er ihr begegnete, von derſelben Röthe war ſie übergoſſen worden, als er ſie heute Abend wiederſah, er erin⸗ nerte ſich der Neckereien der Kameraden im Fort, die ſämmtlich behaupteten, daß Miß Maskelyne ſterblich in ihren kühnen Beſchützer verliebt ſei er nahm ihre Hand.