47
In den erſten Tagen des Julius erſchien das Juli. Linienſchiff, welches die koſtbaren Unterpfaͤnder der Dauer des neuen Zuſtandes trug, im Angeſichte von Liſſabon. Die Kortes, darauf vorbereitet, und mancher geheimen Sorge nunmehr frei, empfingen den langentbehrten Herrſcher mit allen nur erdenk⸗ lichen, jedoch haͤufig auch mit ſehr abgemeſſenen, Ceremonien, und man begluͤckwuͤnſchte und dankte ſich wechſelſeitig durch Adreſſen und Reden. Man⸗ che bittere Erfahrung hatte der Hof, noch ehe er das Ufer betreten, bereits gemacht: verſchiedenen Perſonen aus dem Gefolge des Monarchen, welche im Verdachte illiberaler Geſinnungen ſtanden, war die Landung verweigert worden. Auch fuͤr die Bil⸗ dung eines Staatsrathes in ihrem Sinne hatten die Kortes zuvor ſchon weislich geſorgt. Der Konig ſchwieg, und ergab ſich, voll Erwartung beſſerer Dinge, in manche Beſchraͤnkung. Mit mehr Un⸗ willen ſeine Gemahlin, ſehr hochfahrenden Gemͤ⸗ thes und ganz von den Eingebungen eines werthlo⸗ ſen Hofgeſindes beſtimmt. Mißtrauen von der ei⸗ nen und Erbitterung von der andern Seite truͤbten daher gar bald die Ruhe des Reiches.
In allen Zweigen des Staatshaushaltes wurde die groͤßte Sparſamkeit eingefuͤhrt, und die Civil⸗ liſte des Monarchen und der königlichen Familie feſtgeſetzt. Die Einziehung einer großen Zahl von Pfruͤnden und Penſionen erregte eine Menge Un⸗ zufriedener, beſonders aber war dieß der Fall bei den Inhabern der Militaͤrorden. Die Verminde⸗ rung der Kloͤſter von 420 auf 60 vermehrte die Zahl der Feinde in noch bedentenderem Verhaͤltniſſe. Eben⸗


