Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

75

rend fur die Wahrheit ſeiner Behauptung redlichſt hinzuwirken. Das durch Erdbeben verſchuͤttete Lisboa erſtand geregelter, prachtvoller und groͤßer, als zuvor, aus ſeinen Ruinen, ſo daß es von nun an in die erſte Reihe der Koͤnigsſtaͤdte von Eu⸗ ropa ſich ſtellen durfte. Dabei bekaͤmpfte er den Widerſpruch einzelner Betheiligten mit mannhaf⸗ tem Sinne und fuͤhrte den Krieg wider die Vor⸗ urtheile des fanatiſchen Poͤbels unerſchutterlich fort. Er machte den Orden der Jeſuiten, welcher gegen die Grundſaͤtze der portugieſiſchen Regierung auch von anderen Staaten aus, wie natuͤrlich zu erwar⸗ ten war, mit allen Gefuͤhlen blutiger Rache zu Felde zog, ſelbſt in dieſen fremden Staaten zit⸗ tern, da ſein Syſtem auf alle hellere Miniſterien wohlthaͤtig zuruckwirkte. Rom und Spanien zeig⸗ ten ſich allein ſproͤde; zumal ward mit dem erſteren formlich gebrochen, da Klemens KIII. durchaus von den Jeſuiten und ihren Anhaͤngern beherrſcht war. Die auch mit Spanien zunehmende Span⸗ nung verwandelte ſich, wie wir bald weiter unten mittheilen werden, in einen foͤrmlichen Krieg, wel⸗ cher Portugals Selbſtſtaͤndigkeit nicht wenig be⸗ drohte, und ohne Englands Huͤlfe Carvalho's Be⸗ harrlichkeit und den Geiſt des Grafen zur Lippe vielleicht vernichtet haben wuͤrde.

Unter den ſerneren wohlthaͤtigen Anſtalten, durch die der Miniſter ſeinen Namen verewigte, gehoͤrt auch das aus dem Noviziate der Jeſutten er⸗ richtete Kollegium der Adeligen, deſſen Beſtim⸗ mung war, durch grundlichere und zeitgemaͤßere Erziehung der hoͤheren Klaſſe die alte Bedeutung