Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1827)
Entstehung
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wäͤhrend der neuen Regierung Fernando's VI. der Orden daſelbſt neuen Einfluß erhielt und die Schrif⸗ ten des portugieſiſchen Miniſteriums gegen die Je⸗ ſuiten offentlich verbrennen ließ; ſo zoͤgerte Carvalho nicht laͤnger und verordnete die Einziehung aller Guͤ⸗ ter des Ordens im ganzen Umfange von Portugal, und ſie wurden nunmehr zu Staatsguͤtern verwan⸗ delt. Außerdem wurde, um den kuͤhnen Schritt zu rechtfertigen, Alles angewendet, um die oͤffent⸗ liche Meinung, wo moͤglich, noch mehr uͤber die Gefahren zu belehren, welche von der Geſellſchaft Jeſu den Voͤlkern und den Fuͤrſten drohten. Die hohe Geiſtlichkeit des Reiches, begierig, der langen und verhaßten Vormundſchaft endlich einmal ledig zu werden, unterſtuͤtzten kraͤftig die Maßregeln des Miniſteriums. Deſto eifriger war die niedere Kle⸗ riſei fuͤr den bedraͤngten Jeſuitismus bemuͤht, und durch ſie vorzuͤglich wurde auf die Ueberzeugung des gemeinen Volkes gewirkt, welchem, bei ſeiner be⸗ ſchraͤnkten Denkart, noch immer richtige Begriffe von der großen Wohlthat fehlten, die der durchgrei⸗ fende Miniſter durch Bekaͤmpfung ſeiner geiſtigen Tyrannen ihm erzeigte.

Der Papſt wurde von dem neuen Syſteme der portugieſiſchen Regierung alsbald in Kenntniß ge⸗ ſetzt und ſogar von Carvalho, im Namen des Koͤ⸗ niges, aufgefordert, mittelſt eines Breve's, dem⸗ ſelben die Befugniß zu Beſtrafung der, des Hochver⸗ rathes angeklagten, Jeſuiten zu ertheilen. Allein Klemens XIII. nahm parteiiſch ſie in Schutz und dadurch ward zwiſchen dem heiligen Stuhle und dem Hofe von Lisboa ein förmlicher Bruch veranlaßt.