Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1827)
Entstehung
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trauens, welche die Kabinete damals faſt uͤberall ausgeſendet, und mit den phyſiſchen und moraliſchen Kraͤften der Voͤlker wurde niemals ein ſchnoͤderes Spiel getrieben. Die edelſten Zeitgenoſſen unter Fuͤrſten, Staatsmännern, Feldherren, Prieſtern und Gelehrten leiſten Buͤrgſchaft fuͤr dieſe Behauv⸗

tung. So geſchah denn, daß auch Dom Pedro

bald wieder ſein politiſches Syſtem ermaͤßigte, und nachdem er, ſo lange ſein Vortheil damit in Ver⸗ bindung geſtanden, die Sache der franzoſiſchen Partei unterſtuͤtzt hatte, nun auf einmal zur großen Koalition ſich ſchlug, welche mehr Sicherheit und Vortheil, als die bisherigen Verbuͤndeten, Louis XIV.

und Philippe von Anjon, ihm darboten. Der plotz⸗

liche Tod ſeiner Tochter, Donna Thereſa, welche

fuͤr Karl III. beſtimmt war, veraͤnderte die ſehr

guͤnſtige Konſtellation, und im Utrechter Frieden

erntete Portugal keinesweges die erwarteten Fruͤchte. Der Koͤnig ſelbſt ſtarb nicht lange nach

jenem unangenehmen Vorfalle, an einem Schlag⸗

fluſſe, im ſechzigſten Jahre ſeines Alters, und zwar

ehe noch der ſpaniſche Erbfolgekrieg die bekannten, hochwichtigen Ergebniſſe herbeigefuͤhrt.

Mit edleren Geſinnungen und Lebenszwecken, gleich als häͤtte er getrachtet, die Verbrechen und Irrthuͤmer des Vaters zu ſuͤhnen, ergriff Dom

Joao V. das Ruder der Regierung. Obgleich mit Heſterreich verſchwaͤgert, ſchloß er dennoch gern den Frieden, welcher auch ihm zu Utrecht geboten

wurde. Darauf erfolgte mit Spanien die Ausſoͤh⸗ nung. Für ihn hatte das traurige Geſchaͤft kriege⸗

riſchen Ruhmes keinen Reiz und die Kuͤnſte und

1706