Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1827)
Entstehung
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chelmord erbitterten Volkes ſchutzte, und der in der That auf eine in den Annalen der Diplomatik un⸗ erhoͤrte Weiſe die Wuͤrde ſeines Monarchen beein⸗ traͤchtigt hatte. Nach kurzer Ungnade wurde der Fuͤrſt gleichwohl wieder zu Ehren gezogen, da es an Fuͤrſprechern und Vertheidigern ſeiner Frevelthat nicht fehlte, und er ſtarb, beruͤhmt als einer der gruͤndlichſten Rumismatiker, in wiſſenſchaftlicher 1709 Zuruͤckgezogenheit zu Venedig.

Trotz der ernſtlichſten Abſicht D. Pedro's, mit allen europaͤiſchen Maͤchten in Frieden zu leben, ge⸗ rieth er dennoch in Weſtindien mit Spanien ſowohl als mit Frankreich, wegen neuer Niederlaſſungen

698 derſelben, in Fehde, die der Friede zu Utrecht zuletzt ausglich. In dem beruͤchtigten Handel der ſpani⸗ ſchen Erbfolge erklaͤrte ſich der Koͤnig, nach einigem Schwanken, fuͤr den Theilungsvertrag: nachmals ſchloß er mit Philipp von Anjou ein Schutz⸗ und Trutzbuͤndniß. Dieſer Umſtand gereichte ihm bei neuen Wirren, die uͤber der Kolonialangelegenheit mit Frankreich entſtanden, zu nicht geringem Vor⸗ theile. Allein die Geſinnungen und die Grundſaͤtze der Koͤnige und Furſten jener Zeit waren die unzu⸗ verlaͤſſigſten und niedertraͤchtigſten von der Welt. Nur in wenigen wurde der hohe ſittliche Adel noch erfunden, welcher von der Majeſtät un ertrennlich ſeyn muß, damit ſie ſtets die Aufgabe erfuͤlle, welche als ihr charakteriſtiſcher Beruf angeſehen wird; naͤm⸗

lich das Bild der ewigen Vorſehung und Gerechtig⸗

keit auf Erden darzuſtellen. Luͤge, Heuchelei, Will⸗ kuͤr, Feigheit, Verfolgung und Fanatismus wa⸗ ren die herrſchenden Wuͤrgengel des oͤffentlichen Ver⸗